Bitte nicht anschnallen! Über das Taxifahren in Satu Mare

Ich war vom 15.-19. Februar geschäftlich in Satu Mare, Rumänien unterwegs. Und wie das so ist in einer Stadt, in der man sich nicht auskennt und einem Land, dessen, Sprache man nicht versteht, sind wir dort viel mit dem Taxe gefahren. Und das war so manches mal ein richtiges Abenteuer! „Bitte nicht anschnallen“, das war das erste, was mir meine Arbeitskollegen sagten, als wir ins Taxe gestiegen sind. Wie bitte? Richtig gehört. Hier also meine sieben „Lessons Learned“ zum Taxifahren in Satu Mare (was, wie ich von einem alten Arbeitskollegen, der aus Rumänien stammt, wohl nicht für das ganze Land gelten soll).

  1. Taxis kommen schneller als man das Wort Taxi aussprechen kann. Keine Ahnung wo die alle parken oder herumfahren, aber eine Wartezeit von 5 Minuten war schon lang, meistens kamen sie innerhalb von zwei bis drei Minuten, egal ob wir noch am Werk waren oder im Hotel oder in der Stadt.
  2. Alle Taxifahrer sind nett. Es gab keinen, der schlecht gelaunt war oder unfreundlich, ganz im Gegenteil. Als wir nach der Adresse eines bestimmtes Burgerladens gefragt haben, hat der Fahrer extra in der Zentrale angerufen und nachgefragt. Manche haben auch versucht, ein paar Wörter Deutsch mit uns zu reden, alternativ auch Englisch. Von uns konnte leider niemand mehr als Danke oder Auf Wiedersehen auf Rumänisch.
  3. Man öffnet Türen oder Kofferraum nicht selber. Das macht in der Regel der Taxifahrer, er steigt immer aus, rennt ums Auto, öffnet alle Türen und hilft beim Gepäckeinladen.
  4. Bitte nicht anschnallen. Man schnallt sich in einfach nie an, das würden die Fahrer nicht mögen, meinten meine Kollegen. Manche Fahrer haben sogar den Gurt hinter dem Fahrersitz entlang geführt und eingesteckt, damit er nicht herumbaumelt. Wirklich wohl habe ich mich dabei nicht gefühlt, ich hasse es, irgendwo mitzufahren und mich nicht anschnallen zu können/dürfen. Ich habe es übrigens auch nicht ausprobiert, was der Fahrer sagen würde, wenn ich mich doch anschnallen, die Blöße wollte ich mir vor den Kollegen nicht geben!
  5. Alle Taxis duften. Und zwar nach Wunderbäumen oder Raumerfrischern. Wobei duften nicht wirklich das richtige Wort ist, stinken trifft es da schon eher.
  6. Taxis passen durch jede noch so enge Lücke. Und zwar sehr schnell. Wo in Deutschland jeder Fahrer auf die Bremse gehen würde, weil auf beiden Seiten zwischen den Außenspiegeln und den Hindernissen links und rechts nur noch 10-15cm Platz sind, fahren die Taxifahrer in Rumänien unbeirrt in vollem Tempo weiter.
  7. Taxifahren ist billig. der Kilometer kostet 2,20 Lei, also etwa 50 Cent. Und das, obwohl die Benzinpreise nicht erheblich billiger waren als bei uns. Über vier Lei pro Liter, also fast einen Euro muss man zahlen.

Taxi

Einer der Fahrer hat mir wirklich leid getan. In seinem Auto hat JEDE Lampe geblinkt und geleuchtet, die nur blinken oder leuchten kann. Anscheinend war sein Auto total kaputt. Und nach einem Schlagloch war auch noch die Frontschürze beschädigt. Aber wie ich ihn verstanden habe, ist er auf das Auto angewiesen und kann es deshalb nicht zur Reparatur bringen, weil er in der Zeit kein Geld verdienen würde. Zumindest war es das, was ich aus seinem schlechten Englisch herausgehört habe…

Wart ihr schon in Rumänien? Wie waren eure Taxifahrten? Treffen meine Erfahrungen wirklich nur auf den Nordwesten zu oder ist es doch ein landestypisches Phänomen? Falls euch der Bericht gefallen hat, würde ich mich freuen, wenn ihr ihm einen like da lasst oder teilt. Und wenn ihr mir bei Facebook oder Google+ folgt, verpasst ihr auch nicht die weiteren Berichte über meine erste Geschäftsreise nach Satu Mare!

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9 Discussion to this post

  1. Elisa sagt:

    Sehr schöner Artikel.
    Ich finde Taxifahrten im Ausland immer sehr spannend. In Marokko war ich mit ein paar Freundinnen mal mehrere Stunden in einem Taxi von Marrakesch bis an die Küste bei Agadir unterwegs. Das war eine Fahrt! Riskante Überholmanöver, ein völlig überladenes Auto und daraufhin Passagierwechsel von der Hälfte von uns mitten auf der Autobahn, ein Reifenplatzer – aber trotzdem war es nett.
    Ich liebe solche Geschichten. 🙂

    Lieben Gruß
    Elisa

  2. Ina sagt:

    Toller Artikel. Ich mag ja Taxifahren im Ausland. Das ist immer wieder ein Abenteuer. Je nach Taxifahrer und Sprachkenntnissen hat man manchmal tolle Gespräche und bekommt auch oft gute Tipps.
    Lieben Gruß
    Ina

    • Prüfkiste sagt:

      Ja das stimmt. Auf den Azoren haben wir uns 2004 einen Taxifahrer „gemietet“, der uns für wenig Geld die INsel gezeigt hat!

  3. Petra sagt:

    Oh, das hört sich ja sehr abenteuerlich an! Ich weiß nicht, ob ich da gerne mitfahren würde.
    Haben deine Kollegen denn verraten, wieso man sich nicht anschnallen soll?

    Liebe Grüße
    Petra
    von http://www.anothercopycat.com

  4. Maria sagt:

    Ich bin gebürtige Rumänin und besuche regelmäßig Verwandte dort – abwechselnd zwischen Bukarest und Transilvanien/ Siebenbürgen. Satu Mare ist zwar eine ganz andere Ecke, aber ich musste doch sehr lachen wie zutreffend einige Beschreibungen sind. Taxifahrer sind überall in Rumänien Weltmeister der Straßen und der winzigsten Lücken. Tatsächlich bleibt mir manchmal auch das Herz stehen, besonders wenn sie in der Hauptstadt Bukarest, im dichtesten Verkehr aller Zeiten doch immer wieder die kleinsten Schlupflöcher finden 😉
    Eine Kleinigkeit hat mich doch ein wenig verwundert… In Bukarest und den großen Städten in Transilvanien ist anschnallen auch Pflicht, genau wie in Deutschland. Dass man sich nicht anschnallen sollte, ist mir echt neu 😉

  5. Sabine Topf sagt:

    Das hat sich ja echt interessant angehört. Andere Länder andere Sitten. Ich war noch nie in Rumänien und kann da nicht mitreden. Allerdings kenne ich aus Tunesien so ein Taxi, bei dem man merkte, als man aussteigen wollte, dass die Tür nur von außen aufging. Holla, wenn da etwas passiert wäre. Lieber möchte man über so etwas gar nicht nachdenken.

    Ein sehr schöner Bericht von dir.

    Liebe Grüße
    Sabine ?

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