Der letzte Wunsch – Ein Abenteuer von Geralt von Riva dem Hexer

Ich muss ja sagen, ich bin ein riesengroßer Fan der Witcher PC-Spiele. Teil 1 und 2 haben mein Freund und ich zusammen durchgespielt. Jeweils nur einmal. Bei dem Spiel ist es so, dass einige Entscheidungen das Ende beeinflussen und somit auch Auswirkungen auf den nächsten Teil haben. Aber bei weit über 40 Stunden Spielzeit pro Spiel fehlt einfach die Muße, es mehrmals durchzuspielen. Weil ich aber nun die Welt so interessant finde und den Hauptcharakter Geralt von Riva ja sowieso, habe ich gedacht, ich lese doch einfach einmal die Bücher. Also habe ich mir den ersten Band der Hexer-Reihe „Der letzte Wunsch“ von Andrzej Sapkowski gekauft.

witcherHier einmal der Buchauszug von Amazon:
Der Hexer Geralt von Riva verdient sein Geld mit Kämpfen gegen Ungeheuer aller Art. Über einen Mangel an Aufträgen kann er sich nicht beklagen, denn es gibt genügend Leute, die dringend Hilfe gegen Vampire, Drachen und andere dämonische Wesen brauchen. Als Geralt eines Tages einen Luftgeist befreit, schlägt ihn dieser mit der verhängnisvollen und quälenden Liebe zu der schönen Zauberin Yennefer. Und dann wird Geralts bester Freund schwer verletzt und braucht seine Hilfe…

Ja, ich weiß gerade gar nicht, was ich sagen soll. Ich habe eine epische Geschichte erwartet, die in einem spannenden Höhepunkt ihren Abschluss findet. Aber ich wurde mehr als enttäuscht. Das Buch besteht aus vielen kurzen Episoden aus dem Leben Geralds, die weder zeitlich noch inhaltlich einen Bezug zueinander haben. Ich hatte den Eindruck, dass es einige Rückblenden gab, da teilweise die Orte und Personen öfter auftauchen und zumindest ansatzweise in eine Reihenfolge gebracht werden können.  Die einzelnen Episoden an sich sind ja sehr nett, außer die, wo eine kleine Prinzessin auf Geheiß der Stiefmutter ermordet von einem Jäger in den Wald geführt und getötet werden sollte. Er sollte als Beweis ihr Herz bringen. Sie wird zwar gerettet, der Retter entpuppt sich aber als perverser Tyrann. Als sie etwas älter ist, kann sie ihren Peiniger ausschalten und ihm entkommen. Zuflucht findet sie in den Bergen bei sieben Kleinwüchsigen. Kommt euch bekannt vor? Mir auch. Nur fand ich es weder witzig noch passend. Auch der böse Rumpelstilz, der eine Königin drangsalierte war in diesem Buch, in dieser Welt und dieser Erzählung absolut fehl am Platz.

Die Art, wie die einzelnen Charaktere zu sprechen pflegen, ist bei allen absolut identisch. Sehr rüde und teilweise vulgär. Klar, Geralt ist kein Kind von Traurigkeit, als Hexer ist er Mutant, der selber keine Kinder zeugen kann und gegenüber den meisten Krankheiten immun ist. Das nutzt er natürlich auch aus. Allerdings fehlt im Buch die Sinnlichkeit, die man im Spiel doch halbwegs gut umgesetzt hat. Mich hat auch total genervt, dass man die einzelnen Charaktere in den verschiedenen Personen sprachlich absolut gar nicht unterscheiden kann. Egal in welcher Region, welchen Stand oder welches Geschlecht die Charaktere haben, alle reden sie absolut gleich. In keinem der Bücher, die ich je gelesen habe, ist mir das so bewusst geworden wie in diesem. Satzbau, Satzlänge, Ausdrucksweise, alles immer gleich.

Auch wenn die einzelnen Episoden an sich sehr nett sind, fehlte mir im Buch einfach der rote Faden. Der Teaser bezieht sich auf die letzte Episode im Buch, die auch nicht wirklich erhebelich länger ist als die anderen. Der Leser erfährt auch nicht einmal, wie es dazu kam, dass die Geralt und sein Freund genau da waren, wo sie eben waren, ala es zum „Hauptteil“ des Buches kommt (oder eher zum Ende). Ich könnte jetzt auch nicht sagen, ob die Geschichte vor oder nach den anderen Episoden spielt.

Mich hat das Buch trotz der sehr interessanten Welt insegsamt sehr enttäuscht und ich werde mir sehr wahrscheinlich keine weiteren Bände mehr kaufen. Denn selbst die Leseproben der späteren Bücher haben mir sprachlich überhaupt gar nicht zugesagt.

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