Bremsen, ausweichen, rutschen – mein erstes Fahrsicherheitstraining

6. Dezember 2016

Ja, ich weiß, in vielen Dingen bin ich etwas langsam. Prokrastination nennt sich das im Fachjargon. Deshalb habe ich leider auch nur drei Jahre gebraucht um meinen Gutschein für ein ADAC Fahrsicherheitstraining einzulösen.

Glücklicherweise wurde der drei Jahre alte Gutschein anstandslos angenommen. Die Kehrseite war aber, dass ich am Sonntag um 6 Uhr aufstehen musste, um auch wirklich wach und pünktlich beim Übungsplatz anzukommen.

BREMSEN!

Nach der Einteilung der Teilnehmer in Gruppen und einer kurzen Vorstellungsrunde ging es dann auch zügig los. Erste Station beim Fahrsicherheitstraining: Bremsübungen. Ich vermute, stark bremsen musste alle schon mal, aber wer hat denn schon wirklich eine Vollbremsung gemacht? OK, ich schon, aber konnte ja auch nicht ahnen, dass das Auto an der grünen Ampel anhalten würde. Hätte sich trotzdem vermeiden lassen. Aber manchmal geht es eben nicht. Und für solche Fälle sollte man auf jeden Fall vorbereitet sein!

Eine Vollbremsung aus 30km/h ist ziemlich einfach. Und der Bremsweg sehr kurz. Bei 50km/h kommt man schon deutlich später zum stehen. Bei der Übung haben wir einen festen Punkt gehabt, ab wo wir bremsen sollten. Unser Trainer hat uns aber auch demonstriert, ab wo man bei 70km/h anfängt zu bremsen, wenn man die Reaktionszeit mitrechnet. Nämlich in etwa da, wo das Auto bei 50km/h schon gestanden hat, wenn man ebenfalls die Reaktionszeit bei einem Bremsmanöver mitrechnet.

Spannend war auch das freihändige bremsen. Wenn ihr jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagt, dann kann ich euch beruhigen, auch beim Hände überm Kopf zusammenschlagen bremst das Auto und fährt weiter gerade bis es anhält. Glaubt ihr nicht? Probiert es mal auf einer ruhigen Strecke aus.

Ausweichen!

An der nächsten Station haben wir Ausweichen geübt, mit Vollbremsung und komplett ohne zu bremsen. Spannend zu sehen, wie gut die Autos von heute auch durch vermeintlich enge Lücken passen und wie gut und sicher man mit etwas Mut ausweichen kann. Aber auch die Unterschiede zwischen bremsen und nicht bremsen sind gravierend, so manchen hat es das eine oder andere Mal aus der Bahn geworfen. Hier zeigt sich auch, wie wichtig die richtige Sitzposition ist, um wirklich gut und schnell reagieren zu können.

Den Slalomteil fand ich recht langweilig, ich hätte da vielleicht auch mehr ausprobieren sollen, schneller fahren, schlecht sitzen etc. Aber für so manchen hat er gezeigt, dass er/sie doch noch falsch lenkt und viel zu hektisch mit den Armen rum macht. Weniger ist hier manchmal mehr.

Rutschen!

Der „Rutschteil“ hat sich in mehrere Aufgaben gegliedert. Erst sollten wir mit 20km/h, dann mit 40km/h durch den Kreisverkehr fahren und dann so schnell bis wir merken, dass der Wagen langsam ausbricht. Was erschreckend früh der Fall war. Im Folgenden haben wir dann geübt, was man tun soll und was man auf keinen Fall tun darf (lenken!!). Hier konnte ich auch kontrolliert einmal meinen Sportmodus testen und kann nur sagen: Jetzt weiß ich, wieso die Versicherung so teuer ist. Im Sportmodus bricht der Wagen viel schneller aus, und wenn man dann ungeübt ist und/oder sich bzw. die Situation überschätzt, dann ist der Abflug vorprogrammiert.
Übrigens, normalerweise leuchtet die ESP Leuchte, wenn das ESP ABgeschaltet ist. Ist es ANgeschaltet, ist die Lampe aus. Nur als kleiner Tipp…

Spannend wurde s dann zu sehen, wie gut (oder eher schlecht) unsere Autos bremsen, wenn die Fahrbahn extrem rutschig ist. Oder wie schwer es ist, ein plötzlich ins Schleudern geratenes Auto wieder einzufangen. Smarts sind hier übrigens ganz schlecht, sie haben einen viel zu kurzen Radstand und lassen sich kaum wieder einfangen.
Beim Schleudertest habe ich ebenfalls den Sportmodus ausprobiert. Ich sage euch, wenn sich das Auto dreht und einfach nicht langsamer werden will, das macht keinen Spaß. Auf ner richtigen Straße schon zehnmal nicht!

Fazit

Auch nach drei Jahren mit meinem Auto war klar, dass ich es kaum kenne. Wie schnell man wo und in welcher Situation fahren kann, wie man schnell zum stehen kommt, das sollte man in gesicherter Umgebung üben. Wie man sich wirklich richtig verhält auch. Vieles mag man mal gehört haben, aber man muss es einfach selber erlebt haben.

Gerade sitzen, immer hinschauen wo man hin fahren will (gerade wenn der Wagen ausbricht), all das muss man wirklich üben! Je öfter um so besser. Denn es klingt viel einfacher als es wirklich ist.

Ich kann wirklich nur jedem empfehlen, ein Fahrsicherheitstraining, egal ob beim ADAC oder woanders, zu machen. Mir hat es wirklich sehr geholfen. Und Spaß hatten wir auch eine ganze Menge! Und mein Appell an alle Eltern, lasst eure Kinder erst mit euren Autos fahren, wenn sie ein Fahrsicherheitstraining gemacht haben. Gerade junge Leute verschätzen sich ja noch viel öfter!

You Might Also Like

3 Comments

  • Reply Lippenstift-und-Butterbrot 6. Dezember 2016 at 22:22

    Da ich nicht zur Straßenseite einparken kann nach ber 30 Jahren Fahrpraxis und lieber von vorn in die Parklücke fahre, wäre hier ein solches Training angebracht. Aber ständig verspricht mir Jeder, dass er es mir beibringen würde – nach 30 Jahren.

    Toll, dass du dich zu dem Training durchgerunden hast. Ich würde das auch weiterempfehlen.

    LG Sabine

    • Reply Prüfkiste 7. Dezember 2016 at 5:28

      Nun ja, parken lernt man da eher nicht, außer du fragst mal den TRainer, aber dafür kannst du besser nochmal zwei Fahrstunden nehmen. 😉

  • Reply Tanjas Bunte Welt 6. Dezember 2016 at 21:19

    Hallo Tanja
    Das hört sich ja so an, als ob du dar ein paar Mal ausgeritten bist gg ich habe zwar noch nie eines gemacht, aber jeder schwärmt davon und empfiehlt es
    Liebe Grüße

  • Kommentar verfassen

    %d Bloggern gefällt das: