Gamescom 2016 – Zocken im Schatten des Terrors

Terrorgefahr durch Cosplayer?

Leider war das Jahr 2016 ja ein bisher sehr unruhiges. Es gab viele Anschläge auf Veranstaltungen, bei denen Menschen einfach nur fröhlich zusammen feiern wollten. Das hat sich bedauerlicherweise auch auf die Gamesom ausgewirkt. Cosplayern wurde nahegelegt, ihre „waffenähnlichen“ Gegenstände und Waffennachbildungen zu Hause zu lassen. Wieso jemand glauben könnte, dass jemand verkleidet und mit einem Schaumgummischwert Amok laufen könnte, erschließt sich mir nur leider nicht so ganz. Klar gibt es auch Leute, die in den letzten Jahren in Tarnanzug und mit relativ echt aussehenden Waffennachbildungen zur Gamescom gekommen sind. Da ist es ja noch nachvollziehbar, schließlich kann man da auf Entfernung möglicherweise eine Atrappe von einer echten Waffe nicht unterscheiden. Aber bunte  Schaumgummischwerter? Also wirklich… Glücklicherweise gab es zumindest am Sonntag ein Einsehen und nachgemacht Gleven waren erlaubt.

Von Angst nichts zu spüren

Dass am Eingang zur Gamescom 2016 Taschenkontrollen durchgeführt wurden, war schon ein Schritt in die richtige Richtung. Leider wurde die Personenkontrolle versäumt, hätte also jemand unter seinem Pulli Sprengstoff gehabt, wäre er sehr wahrscheinlich doch hinein gekommen. Hier wurde das ganze irgendwie nicht so recht zu ende gedacht. Egal, so mussten wir halt nicht ganz so lange warten, auch gut. Ich persönlich glaube ohnehin, dass Autofahren oder Kochen oder Bügeln erheblich mehr Gefahren bergen, als die Gamescom. Und so ziemlich alle Besucher die da waren, haben es ebenso gesehen. Wieviele nun aber aus Angst nicht gekommen sind, weiß ich leider nicht. Allerdings gab es dieses Jahr das erste Mal die Nachricht, dass nicht alle Geschenkcodes eingelöst wurden und drei Tage vor Beginn noch ein paar hundert Karten erhältlich sein sollten. Zufall? Ich denke schon. Terror, Angst, all das war auch in den Gesprächen vor der Halle nie ein Thema.

Wir haben wie immer schon sehr früh draußen gestanden, um möglichst schnell reinzukommen und zumindest am Anfang nicht so lange warten zu müssen. Außerdem ist es immer wieder lustig, die gleichen Leute zur gleichen Zeit am gleichen Gate zu treffen. Alle werden älter, viele irgendwie nicht erwachsener. Am Donnerstag haben sich dann um 9:45 haben die letzten Tore geöffnet, 15 Minuten vor der offiziellen Eröffnung. Anders wäre auch der Ansturm draußen kaum zu bewältigen gewesen, da so viele Leute in die Hallen wollten. Leute mit 9 Uht-Tickets durften bereits eine Stunde vorher rein.

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Nach der Taschenkontrolle, ca. 7:30Uhr

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Menschenmassen auf der Gamescom

 

Zocken bis zum Umfallen

Große Neuigkeiten gab es keine auf der Gamescom 2016. Blizzards neues Add On erscheint am 30. August, Wargaming hatte auch nur World of Tanks (jetzt auch für die PS4) und World of Warships da. Es gab wohl einige interessante Indie Games (Spiele, die von kleinen, unabhängigen Entwicklerfirmen produziert werden). Und Die Gilde 3 wurde angekündigt. Man konnte die derzeitige Fassung auch schon ausprobieren, aber jeder, der Die Gilde 1 oder 2 gespielt hat, weiß, dass dafür ein paar Minuten gar nicht ausreichen.

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Gwent

An vielen Ständen gab es Geschenke (Goodies) wenn man sich ein Spiel angesehen hat. Aber mein persönliches Empfinden war, dass es letztes Jahr mehr und bessere Sachen gegeben. Die meisten Spiele, die uns interessieren, wurden bereits oder werden in den nächsten Tagen veröffentlicht. Deus Ex Mankind Divided oder World of Warcraft Legion zum Beispiel. Und weitere Spiele, wie Pyre oder Shadow Warrior 2 gab es leider noch nicht in spielbarer Version auf der Gamescom. Und doch waren an so vielen Ständen die Schlangen so lang, dass die Wartezeit oftmals 90 Minuten und mehr betrug. Ich hatte auch das Gefühl, dass viele Aussteller aufgerüstet und viel mehr PCs bereit gestellt haben. Und auch wenn das Gedränge nicht so schlimm war wie im Jahr zuvor, waren doch genau so viele Besucher da. Auch die Zahlen sind beeindruckend.


Die Gamescom 2016 in Zahlen

Besucherzahl:
2016: 345.000
2015: 345.000

davon Fachbesucher:
2016: 30.500
2015: 33.200

Internationalität Besucher:
2016: 97 Länder
2015: 96 Länder

ausstellende Unternehmen:
2016: 877
2015: 806

Internationalität Aussteller:
2016: Auslandsanteil 68 Prozent aus 53 Ländern
2015: Auslandsanteil 65 Prozent aus 45 Ländern

Fläche:
2016: 193.000 m²
2015: 193.000 m²

(Quelle: Computerbild.de)


Mehr als nur Games

Neben vielen Spielen zum Ausprobieren gibt es natürlich auch jede Menge Merchandise zu kaufen. Blizzard oder Bethesta sind recht groß und gut besucht, wobei, wenn ich raten müsste, würde ich sagen, Blizzard macht mit Abstand den meisten Umsatz. Und wie schon im letzten Jahr haben wir auch dieses Mal dort eingekauft, jetzt aber nur zwei T-Shirts. Den Rest haben wir online bestellt, da es die Sachen vor Ort nicht gab. Auch Manga und Anime-Fans sowie Fans von Filmen und Serien kommen dort auf ihre Kosten. Es gab Wundertüten, Kuschelkissen, Tassen, Poster, Bücher, T-Shirts, Manga und vieles mehr.

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Merchandise

Neben den Spielen präsentieren die Entwickler natürlich noch viel mehr, nämlich sich selbst! Viele Stände sind aufwendig gestaltet, es gibt Bühnenshows und Live-Streams, eSports-Events und ein großes Rahmenprogramm abseits der Gamescom, an dem wir in der Regel aber nicht teilnehmen. Eigentlich müsste man schon einen ganzen Tag damit zubringen, mit der Kamera durch die Messe zu laufen und Fotos zu machen. Ich habe sie aber daheim gelassen und nur mit dem Handy geknipst, da mein FReund und ich ja zum Spielen und Schauen und nicht zum Fotografieren hingekommen sind. Hoffentlich gefallen euch die Bilder trotzdem!

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World of Warcraft – Varian Wrynn

Zum Zocken braucht man natürlich auch einen PC! An einigen Ständen konnte man sich richtig tolle PCs anschauen. Manche waren riesengroß, andere hatte eine besondere Form. Nicht alle kann man kaufen, aber aussehen tun sie wirklich klasse! Nicht mehr wie diese ollen PCs aus den 90ern, in diesem schmutzigen Weiß-Grau und auch nicht langweilig Schwarz.

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PC Tower von LianLi

Bis zum nächsten Jahr

Eine Neuerung wird es ab dem nächsten Jahr geben. Die Gamescom wird nicht mehr in der letzten Ferienwoche stattfinden, sondern grundsätzlich in der letzten vollen Augustwoche und dann auch von Mittwoch bis Samstag, statt bisher von Donnerstag bis Sonntag. Der Fachbesuchertag wird dann dienstags sein. Ich persönlich finde diese Regelung nicht so gelungen, da es jetzt vermutlich Samstags noch viel voller werden wird als ohnehin schon. Andererseits könnte es in der Woche dafür etwas ruhiger werden. Ob diese Regelung jetzt sonderlich schülerfreundlich ist, wird sich noch zeigen müssen.

Wart ihr auch schon mal auf der Gamescom? Wie hat es euch gefallen? Was denkt ihr über die „Zocker“ und die UNternehmen, die Spiele herstellen?

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4 Discussion to this post

  1. Tanjas Bunte Welt sagt:

    Hallo Tanja,

    ich war noch nie auf einer Gamecon, da mich auch die Massenmengen abschrecken, aber nicht wegen der Angst vor Terror 😉 die hätte ich auch überhaupt nicht. Ich wäre wahrscheinlich stundenlang bei den Ständen gestanden und hätte mein ganzes Geld für die nächsten 4 Monate verprasst *gg*
    Liebe Grüße

    • Prüfkiste sagt:

      Ja, ging uns nicht anders. Mein Freund wollte sogar eine Statue „kaufen“, die es nicht beim Händler gab. Leider war der MItarbeiter nicht sehr kooperativ… 😛

  2. Janine sagt:

    Sehr coole Eindrücke, ich nehme mir jedes Jahr vor hinzufahren da ich mein Leben gerne zocke..aber bis dato bin ich noch nie hin 😀

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